Untersuche, welche reale Kraft bei einer ebenen Kurvenfahrt zum Mittelpunkt wirkt. Leite daraus die größte mögliche Geschwindigkeit für verschiedene Fahrbahnzustände ab.
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Welche reale Kraft hält einen Körper auf seiner Kreisbahn?
Bei einer Kreisbewegung muss die resultierende Kraft zum Kreismittelpunkt zeigen. Welche reale Wechselwirkung diese Aufgabe übernimmt, hängt von der Situation ab.
Aufgabe 1 · Kräfte hinter der Kreisbewegung
Ordne jeder Situation die reale Kraft oder Kraftsumme zu, die den Körper auf seiner Kreisbahn hält. Wähle anschließend die Aussage aus, die den Begriff Zentripetalkraft richtig erklärt.
Hilfe 1: Hinweis
Achte bei jeder Situation darauf, welche Wechselwirkung den Körper daran hindert, tangential weiterzufliegen.
Hilfe 2: Denkansatz
Frage jeweils: Welche anderen Körper berühren oder ziehen den bewegten Körper, und welche dieser Kräfte besitzt eine Komponente zum Kreismittelpunkt?
Hilfe 3: Teillösung
Beim Lkw entsteht die nach innen gerichtete Kraft nicht am Lenkrad. Sie wird durch die Haftreibung zwischen Reifen und Straße übertragen.
Verstehen
Warum folgt ein Auto der Kurve?
Aufgabe 2 · Haftreibung bei der ebenen Kurvenfahrt
Ohne eine nach innen gerichtete Kraft würde sich ein Auto nach dem Trägheitssatz tangential geradlinig weiterbewegen. Damit sich seine Fahrtrichtung fortlaufend ändert, muss eine Kraft zum Kurvenmittelpunkt wirken.
Auf einer ebenen Straße wird diese Kraft durch die Haftreibung zwischen Reifen und Fahrbahn übertragen. Die Haftreibungskraft übernimmt hier die Rolle der Zentripetalkraft; sie ist keine zusätzliche Kraft neben der Zentripetalkraft.
Bei der ebenen Kurvenfahrt gilt FHaft = FZ, solange die Reifen an der Straße haften. Für die mögliche Kurvenfahrt muss FZ ≤ FHaft,max gelten.
Verstehen
Wie verändert der Fahrbahnzustand die Haftung?
Aufgabe 3 · Wie gut haften Reifen und Straße?
Auf trockener Straße kann zwischen Reifen und Asphalt eine größere Kraft übertragen werden als auf nasser oder vereister Straße. Diese Eigenschaft beschreibt die Haftreibungszahl μ.
Je größer die Haftreibungszahl μ, desto größer ist bei gleicher Normalkraft die maximal mögliche Haftreibungskraft.
Fahrbahnzustand
Haftreibungszahl
trockener Asphalt
μ = 1,0
nasser Asphalt
μ = 0,8
vereiste Fahrbahn
μ = 0,2
Für die maximale Haftreibungskraft gilt FHaft,max = μ · FN. Auf einer ebenen Straße ist FN = m · g, also FHaft,max = μ · m · g.
Herleiten
Wie groß darf die Geschwindigkeit höchstens sein?
Aufgabe 4 · Die Grenzgeschwindigkeit herleiten
Ordne die Rechenschritte von oben nach unten in die richtige Reihenfolge. Ziehe rechts neben jeden Schritt die Umformung, die zu ihm führt. In jedem Speicher bleibt eine Karte übrig.
Im vereinfachten Modell hängt die maximale Geschwindigkeit von der Haftreibungszahl und vom Kurvenradius ab. Die Fahrzeugmasse kürzt sich aus der Gleichung.
Hilfe 1: Hinweis
Beginne mit der Bedingung für den Grenzfall, in dem das Auto gerade noch nicht rutscht.
Hilfe 2: Denkansatz
Jede Zeile entsteht aus der Zeile darüber durch genau eine Umformung. Die Masse verschwindet, bevor r aus dem Nenner geholt wird.
Hilfe 3: Teillösung
Zeile 1: FZ = FHaft,max (Grenzfall ansetzen). Zeile 2: m · vB²r = μ · m · g (Formeln einsetzen).
Anwenden und sichern
Welche Geschwindigkeit ist auf nasser und vereister Straße möglich?
Aufgabe 5 · Wie schnell darf das Auto fahren?
Für eine ebene Kurve gelten: r = 50 m; μtrocken = 1,0; μnass = 0,8; μEis = 0,2; g = 9,81 ms². Berechne vB,max für nasse und vereiste Straße und gib jedes Endergebnis auf eine Nachkommastelle an. Bei nasser Straße sind auch zwei gültige Ziffern zulässig.
Maximalgeschwindigkeit auf nasser Straße
Maximalgeschwindigkeit auf vereister Straße
Hilfe 1: Hinweis
Nutze in beiden Fällen vB,max = μ · g · r. Setze nur den passenden Wert für μ ein.
Hilfe 2: Denkansatz
Nass: vB,max = 0,8 · 9,81 ms² · 50 m. Eis: vB,max = 0,2 · 9,81 ms² · 50 m. Rechne zunächst in ms und wandle erst den ungerundeten Endwert mit dem Faktor 3,6 um.
Vollständiges Beispiel: trockene Straße
Für trockene Straße gilt vB,max = 1,0 · 9,81 ms² · 50 m = 490,5 m²s² = 22,147… ms = 79,729… kmh. Auf eine Nachkommastelle gerundet: 22,1 ms = 79,7 kmh.
Kompakte Sicherung
Auf einer ebenen Kurve wirkt die Haftreibungskraft als Zentripetalkraft.
FHaft,max = μ · FN = μ · m · g
Im Grenzfall gilt FZ = FHaft,max.
vB,max = μ · g · r
Eine größere Haftreibungszahl und ein größerer Kurvenradius ermöglichen eine größere Maximalgeschwindigkeit. Die Fahrzeugmasse kürzt sich im verwendeten Modell.
Sicherungsblatt zu Aufgabe 5 – Haftreibungskraft
Sicherungsblatt anzeigen
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Abschlussquiz
Prüfe, ob du die Kurvenfahrt, die Haftreibungszahl und die Grenzgeschwindigkeit sicher erklären und anwenden kannst.
Aufgabe 6 · Wissen überprüfen
Wähle bei jeder Frage alle richtigen Aussagen aus und prüfe deine Auswahl. Bei Fragen mit dem Hinweis „mehrere Antworten“ sind mindestens zwei Aussagen richtig.
Hilfe 1: Hinweis
Frage bei jeder Aussage, welche reale Kraft zum Mittelpunkt zeigt und wovon ihr Maximalbetrag abhängt.
Hilfe 2: Denkansatz
Nutze FHaft,max = μ · m · g und vB,max = μ · g · r.
Hilfe 3: Teillösung
Im Grenzfall sind Zentripetalkraft und maximale Haftreibungskraft gleich groß. Für r = 50 m gilt: trocken 79,7, nass 71,3, Eis 35,7 kmh.